FAQs – häufig gestellte Fragen

Was bedeutet „on demand“ hier konkret?

„On demand“ bedeutet hier „auf Abruf“ – die Straßenbahn soll nur dann fahren, wenn sie benötigt wird bzw. soll sie dann eben verfügbar sein. Ähnlich wie bei einem Lift soll in der Station per Knopfdruck die nächste freie Kabine gerufen werden können. Denkbar ist auch, dass per Internet oder Handy-App eine Fahrt vorbestellt werden kann. In natura wird sich zu den Spitzenzeiten ein Taktfahrplan einstellen, wohingegen zu den schwächeren Zeiten nur gefahren wird, wenn Bedarf ist.

Wie sollen die Wartezeiten kurz gehalten werden?

Die Anforderungen werden mitprotokolliert und es werden mit diesen Daten Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresprofile erstellt. Auf dieser Grundlagen werden dann die Kabinen dorthin dirigiert, wo statistisch der nächste Bedarf zu erwarten ist.

Wie soll auf einer eingleisigen Strecke mit mehreren Kabinen gefahren werden?

Die Trasse der Kaltenleutgebner Bahn ist 5,7km lang und zur Zeit nur eingleisig. Setzt man eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 30 km/h an, wird die Strecke in 11,4 Minuten abgefahren. Ein Fahrzeug braucht damit für einen kompletten Umlauf gut 23 Minuten. Diese Frequenz halbiert sich, wenn in der Mitte der Strecke eine Ausweiche eingebaut und ein zweites Fahrzeug eingesetzt wird. Mit zwei weiteren Ausweichen in den Vierteln der Strecke und dann insgesamt vier Fahrzeugen ergibt sich eine maximale Taktdichte/Wartezeit von 5,7 Minuten.

Wie sollen die Spitzenzeiten bewältigt werden?

Da die Kabinen koppelbar sind, können im Bedarfsfall auch mehrere zu einem Zug zusammengefasst werden bzw. können auch größere Kabinen eingesetzt werden, um die Leistungsfähigkeit des Systems an den tatsächlichen Bedarf anzupassen.

Gibt es ein solches System schon?

Nein, in dieser Konstellation offenbar noch nicht. Sehr wohl aber die einzelnen Komponenten. Die Herausforderung des Projekts besteht nun darin, die bestehenden Komponenten so zu konfigurieren, dass sie für die gegebene Anforderung verwendbar sind. Das eröffnet aber auch neue (Finanzierungs)Möglichkeiten, Stichwort: Leuchtturmprojekt.

Wann geht die Tram on Demand in Betrieb?

Hier lässt sich noch kein genauer Zeitpunkt angeben. In den nun anstehenden Sondierungsstudien sollen die für einen konkreten Zeitplan nötigen Fakten zusammengetragen werden, etwa Mitte 2015 werden erste Ergebnisse vorliegen. Wir sind uns allerdings bewusst, dass mit Fertigstellung von Waldmühle Rodaun im Sommer 2016 der Bedarf stark wachsen wird und versuchen Vorkehrungen zu treffen, um notfalls einen provisorischen Betrieb zu den Hauptlastzeiten einrichten zu können.

Wie schnell soll sie fahren?

Die Tram on Demand muss keine Geschwindigkeitsrekorde brechen! Da es hauptsächlich um vergleichsweise kurze Strecken geht, bleibt das System mit moderaten, menschen- und umweltverträglichen Geschwindigkeiten konkurrenzfähig. Wenn sie zuverlässig da ist, wann sie gebraucht wird und die Fahrgäste sicher, stressfrei und komfortabel an ihr Ziel bringt, spielt das Tempo nur mehr eine untergeordnete Rolle – ganz nach dem Motto: „Je schöner der Weg, umso länger darf die Verweilzeit sein.“

Warum Schiene?

Weil das Stahlrad/Schiene-System am energieeffizientesten und zudem eine hochgradig ausgereifte Technologie ist. Außerdem ist es im öffentlichen Raum am wenigsten invasiv und barrierebildend. Systeme wie Seilbahnen oder Hochbahnen benötigen eine große Zahl von Stützkonstruktionen und mitunter massive Stationsbauten, womit die Höhenunterschiede überwunden werden können. Das Tram on Demand-Konzept fasst die Kabinen eher als mobile Gehsteige auf, die sich den öffentlichen Raum mit anderen Verkehrsteilnehmenden teilen. Und schließlich soll sich die Tram in Ortsbild und Ortsleben bestmöglich integrieren und keinen Störfaktor darstellen.

Und was soll das kosten?

Das ist natürlich die zentrale Frage! Konkrete Antworten sollen die Sondierungsstudien liefern. Diese untersuchen unter anderem welcher Finanziersbedarf besteht, welche Finanzierungsquellen ansprechbar sind und auch, ob und unter welchen Umständen dieses System betriebswirtschafltich interessanter wird als herkömmliche Systeme. Freilich muss zuerst der Nachweis erbracht werden, dass sowohl Investition als auch der laufende Betrieb darstellbar sind, bevor eine Entscheidung zur konkreten Umsetzung getroffen werden kann.

Abkürzung?

„Tram on Demand“ ist immer noch der Arbeitstitel, aus naheliegenden Gründen kürzen wir TramD ab 🙂

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